Die Entscheidung des Bau- und Planungsausschusses zum Carport am Hundeplatz ist ein echtes „Armutszeugnis“. Viele Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer nutzen die Wiese täglich, freuen sich über diese Einrichtung und pflegen sie mit großem Engagement. Umso größer ist nun die Enttäuschung, dass ein einfacher Wetterschutz für die Besucherinnen und Besucher an 800 Euro Gemeindebeteiligung scheitern soll.
Obwohl alle Fraktionen den Nutzen des Carports anerkannten, ließ die CDU die Nutzerinnen und Nutzer im wahrsten Sinne des Wortes im Regen stehen. Der Ortsunionsvorsitzende sprach sogar offen von „Symbolpolitik“. Man weiß also, dass der Carport sinnvoll ist – lehnt ihn aber trotzdem ab. SPD und Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich.
Dabei stellt sich die Frage: Ist es wirklich so schlecht um die Finanzen der Gemeinde bestellt, dass selbst kleinste Beträge für bürgerschaftliches Engagement nicht mehr möglich sind? Wenn ein Carport mit 4.000 Euro Gesamtkosten – bei 3.200 Euro Eigenleistung – schon als untragbar gilt, dann lässt das für Schulen, Kitas, Kultur und Sport nichts Gutes erwarten. Wer hier spart, setzt ein Signal – und zwar ein bedrückendes.
Hinzu kommt: Die Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer tragen mit ihren Hundesteuern jährlich rund 85.000 Euro zum Gemeindehaushalt bei. Es ist schwer vermittelbar, warum ausgerechnet für diese engagierte Gruppe kein Zuschuss von 800 Euro möglich sein soll. Wer Einnahmen gerne annimmt, sollte auch bereit sein, etwas zurückzugeben.
Dass die Hundeplatzbesucher nicht einmal den üblichen 10-Prozent-Zuschuss erhalten, weil sie kein Verein sind und sich auch nicht künstlich zu einem machen wollen, verstärkt die Frustration zusätzlich. Die Verwaltung bemüht sich zwar um LEADER-Mittel und sichert die Versicherung des Carports zu, doch das ändert nichts am Kern:
Eine Gemeinde, die sich bürgernah nennt, sollte Bürgerinnen und Bürger nicht im Regen stehen lassen, die sich engagieren und ihren Ort mitgestalten.
