Im Ausschuss für Schule, Kultur und Sport am 10.02. stand die Benennung der drei neuen Straßen im „Wohnpark Mauritz“ auf der Tagesordnung, wurde jedoch zu Beginn der Sitzung überraschend wieder zurückgezogen. Die Verwaltung hatte hierzu einen Vorschlag des Heimatvereins vorgelegt. Dieser lautete: Heymannstraße, Kiebitzweg und Veilereck. Auch wenn die Begründungen für diese Namen nachvollziehbar sind, ergibt die Kombination aus einer historischen Persönlichkeit, einem Flurnamen und einer bedrohten Vogelart kein einheitliches thematisches Konzept. Zudem wäre der Name „Heymann“ ohne die Vornamen Lida Gustava nicht eindeutig zuzuordnen und müsste durch ein Zusatzschild erläutert werden – die vollständige Namensnennung wäre jedoch für eine Straße zu lang.
Mit dem Tod von Rita Süssmuth am 1. Februar ist eine Persönlichkeit von nationaler Bedeutung verstorben, die ihre Kindheit und Jugend in Wadersloh verbracht hat. Als Bundestagspräsidentin, Bundesministerin und engagierte Stimme für Frauenrechte, Integration und politische Bildung hat sie das politische Leben Deutschlands nachhaltig geprägt. Die Gemeinde Wadersloh würdigte ihr Wirken bereits 2010 mit dem Ehrensiegel der Gemeinde.
Die FWG Wadersloh ist überzeugt, dass der Ratsbeschluss von 2014 – Straßenbenennungen nach Personen erst 30 Jahre nach deren Tod – für Persönlichkeiten von nationaler oder internationaler Bedeutung nicht gilt. Rita Süssmuth gehört zweifellos zu diesem Personenkreis.
Wir schlagen daher für die drei Straßen im Wohnpark Mauritz folgende thematisch klare und historisch unbedenkliche Benennungen vor:
1. Rita-Süssmuth-Straße
Als Hauptstraße des Wohnparks – zur Würdigung einer herausragenden Demokratin mit Wadersloher Wurzeln.
2. Elisabeth-Selbert-Straße
Elisabeth Selbert, eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“, Kämpferin für den Gleichberechtigungsartikel und Symbolfigur für Rechtsstaatlichkeit und politische Teilhabe.
3. Marie-Juchacz-Straße
Marie Juchacz, erste Frau, die in einem deutschen Parlament sprach, Gründerin der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und Vertreterin sozialer Gerechtigkeit und Solidarität.
Diese Auswahl steht exemplarisch für demokratische Werte, Gleichberechtigung, gesellschaftlichen Fortschritt, nationale Demokratiegeschichte und soziale Teilhabe. Sie bildet ein stringentes, nachvollziehbares Konzept und stärkt zugleich die lokale Identifikation durch die Verbindung zu Rita Süssmuth.
Wir haben einen entsprechenden Antrag für den Hauptausschuss gestellt.
